Hier der LN-Artikel im Wortlaut:

Travemünde Heiß, feucht und grün, soweit das Auge reicht: Der Regenwald ist ganz anders als unsere Breiten und tausende Kilometer entfernt. Trotzdem stünden wir unter seinem Einfluss, meint Joachim Schüppel (71). Um ihn zu bewahren hat der Lübecker den Verein Hanse-Umwelt-Tierwohl gegründet.

Lübecker will Regenwald schützen

„Ich habe gesehen, was dort für ein Schweinkram abläuft“, sagt Schüppel. Sein Leben lang habe er für verschiedene Unternehmen im Ausland gearbeitet. Jede Minute würden weltweit 30 Fußballfelder Regenwald verschwinden. Die gerodeten Flächen würden für Sojaanbau und Massentierhaltung genutzt, so Schüppel. „Dabei ist der Regenwald unser natürlicher CO2-Speicher“, sagt er. Mit dem neuen Verein will Schüppel Spenden sammeln und davon Waldflächen kaufen. Diese könnten dann nicht mehr abgeholzt werden.

Regenwald: Abholzung ist dramatisch

Seine Erfahrungen im Ausland haben Schüppel geprägt. Zum einen habe er die riesigen Abholzungen gesehen und welch dramatischen Einschnitte sie hinterlassen. Er habe aber auch gesehen, wie man mit wenigen Mitteln, sehr viel erreichen kann. So habe seine frühere Firma dem Staat Costa Rica einen riesigen Strand geschenkt, an dem die Lederschildkröte ihre Eier ablegen kann. „Heute ist der Las Baulas de Guanacaste einer der größten Nationalparks des Landes“, sagt Schüppel.

„Man muss das Hinterland blockieren“

Besonders effektiv sei der Kauf von Urwäldern nahe der Zivilisation und der Flüsse. „Die Waldstücke blockieren so die Flächen dahinter“, sagt er. Für etwa 50 000 Dollar könne man bereits 50 Hektar Wald in guter Lage kaufen. Für das gleiche Geld könne man auch dreimal so große Areale im Hinterland erwerben. „Die sind aber nicht gefährdet. Das bringt nichts“, sagt Schüppel. Wichtig sei es, alle Kaufangelegenheiten persönlich vor Ort zu regeln. „Sonst ist das Geld weg“, sagt er. Wegen Corona sei das Reisen aber noch nicht möglich.

Kaufverhalten kann Regenwald schützen

Auch unser Kaufverhalten könne Regenwald schützen. „Der Verbraucher hier kann dort etwas tun“, sagt Schüppel. Bestes Beispiel: Palmöl. „Weil bei uns die Nachfrage nach Palmöl gesunken ist, sind dort die Preise derart gefallen, dass sich der Anbau nicht mehr lohnt“, sagt er. Mit seinem Verein wolle Schüppel Kunden umfassend informieren. So könnten sie bewusster konsumieren. „Unser Held ist der Verbraucher, der mit Verstand einkauft“, sagt er.

Gewürze aus dem Regenwald

Mit frischen Regenwaldgewürzen sollen Kunden auf den Geschmack gebracht werden. Pfeffer, Zimt und Chili bezieht Schüppel von kleinen Kooperativen. „Wir zahlen grundsätzlich über Fairtrade“, sagt er. Die Gewürze würden auf kleinen Feldern oder von Indigenen in der Wildnis gepflückt werden. Die Einnahmen gingen zu 100 Prozent in die Vereinskasse.

Von Elmar Westerkamp

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